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Die Frühgeschichtliche Besiedlung

 

Die Frühgeschichtliche Besiedlung an der oberen Neiße

Gunter Oettel

 

Frühestens im 9. Jahrhundert kommt es zu einer ersten dauerhaften Besiedlung an der oberen Neiße. Bis Grafenstein/Grabštejn reichte ein relativ kleines slawisches Siedlungsgebiet mit seinem Zentrum um Zittau.  Es ist der 1144 erstmals erwähnte Gau Zagost – ,hinter dem Waldʻ. Neißeaufwärts waren Grottau/Hrádek n.N. (1287 als Graderwähnt) und Kratzau/Chrastavá (1352 Craczauia überliefert) Teil dieses Siedlungsgebietes. Die Ortsnamen von Grottau/Hrádek und Kratzau/Chrastavá haben slawischen Ursprung. Vor allem ‚Grad / Hradʻ weist eindeutig auf einen Burgwall hin, dessen Nachfolger die Burg Grafenstein wird.

Der slawische Vorläufer von Grottau/Hrádek reicht sicherlich bis ins 11./12. Jahrhundert zurück. Er war wohl eine Siedlung, die der Versorgung der Burg diente. Im frühen 13. Jahrhundert siedelten sich hier auch Deutsche an.

Die Burg, nach der Überlieferung hieß sie ursprünglich Vlsycz, war der Mittelpunkt eines Burgbezirkes, aus dem sich im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts eine Herrschaft entwickelte, die nach ihren späteren Besitzern, den Burggrafen von Dohna, Grafensteingenannt wurde. Die Burggrafen von Dohna haben sich in mehreren Etappen von Rötha südlich Leipzig, über Dohna bei Pirna, nach Ostritz an der Neiße immer weiter nach Osten begeben, nicht immer freiwillig. Deshalb verstärkten die Burggrafen ihr Wirken an der Neiße, wo sie um Ostritz den Versuch unternahmen, eine Herrschaft zu errichten. Aber auch hier stießen sie erneut an die Grenzen, die ein Mächtigerer setzte, in diesem Falle der böhmische König. Letztlich mussten sie ab 1234 ihre Herrschaftsrechte um Ostritz aufgeben. Wir wissen nicht, wann die Burggrafen von Dohna die Herrschaft Grafenstein erhielten. 1277 beschwerte sich der Abt des Klosters Opatowitz, dass der böhmische König die Güter böhmischer Herren deutschen Adligen übergeben hat, darunter wird auch Vlsyczgenannt, das nun Grafenstein hieße. Ganz sicher sind die Burggrafen 1286 im Besitz von Grafenstein. Ursprünglich reichte die Herrschaft bis vor die Tore von Zittau. Mit Kleinschönau, Poritzsch und Hartau grenzte sie sogar direkt an die Flur der Stadt selbst. Das Zittauer Hospital, wenige hundert Meter südlich des Böhmischen Tores, liegt auf ehemals Grafensteiner Besitz. Der Schweidnitzer Pfarrer und Domherr in Breslau Otto von Donin aus der Familie der Burggraf von Dohna auf Grafenstein schenkte 1331 der Stadt Zittau zur Anlage des Hospitals das Gebiet um die heutige Hospitalkirche. Weitere Erwerbungen durch Zittau folgen im 14. Jahrhundert.

Über die Frühzeit der zweiten  Herrschaft an der oberen Neiße, Hammerstein/Hamr, wissen wir noch weniger. Sie entstand sicherlich gleichzeitig mit Grafenstein. Hammerstein gehörte den Herren von Biberstein auf Friedland, mit dem sie 1278 belehnt worden waren. Während sich die Herrschaft Friedland an das Flußgebiet der Wittig orientiert, liegt Hammerstein gewissermaßen als Verlängerung der Herrschaft Grafenstein an der Neiße. Mit dem Aufblühen von Reichenberg/Liberec verlor Hammerstein seine Mittelpunktsfunktion an diese Stadt.

 
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